Frechen-Habbelrath - Aus der Not eine Tugend machten die Karate-Meister André Wehnert (3. Dan) und Martin Caspers (1. Dan) vom Dojo Heiwa Kerpen e.V. in der Zeit, in der sie wegen der sommerlichen Sperrung der Neubottenbroicher Mehrzweckhalle nicht an gewohnter Stelle trainieren konnten: Sie hielten sich im Garten von Martin Caspers in Frechen-Habbelrath unter freiem Himmel fit.
Schließlich leiten sie gemeinsam mit ihren Trainer-Kollegen Claudia Wehnert (1. Dan) und Alexander Schmitz (2. Dan) ab dem 1. September einen vierwöchigen Schnupperkurs in der japanischen Kampfsportart.
Teilnehmen kann jeder Interessierte ab 14 Jahren. Trainiert wird jeweils mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr und donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro. Interessenten können sich telefonisch bei André und Claudia Wehnert (Tel.: 02234-695192, mobil: 0152-02089925) oder per E-Mail (info@karate-heiwa.de) melden und vorab auf der Homepage www.karate-heiwa.de informieren.
Wehnert und Caspers betonen, dass es im Dojo Heiwa in keinerlei Hinsicht um Wettkampf geht. Vielmehr sollen bei der Erlernung des Karate Körper und Geist und mithin die Gesundheit gestärkt und die der ostasiatischen Kampfkunst innewohnenden ethischen Werte vermittelt werden. Dem Alter der Teilnehmer sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt. Caspers Mutter beispielsweise hat vor drei Jahren im Alter von 59 Jahren mit dem Karate begonnen und hat nun mit dem 6. Kyu (grüner Gürtel) bereits einen mittleren Schülergrad inne.
Großen Wert legen Wehnert und Caspers auf traditionelle Formen des Karate-Trainings. Dabei spielen die sogenannten Katas (jap.: Formen) eine wesentliche Rolle. Es handelt sich dabei um vorgeschriebene Schlag-, Tritt und Abwehrfolgen gegen imaginäre Gegner. Mit diesen ritualisierten Schattenkämpfen, die heute bei Gürtelprüfungen sehr wichtig sind, haben die alten Meister einst die von ihnen entwickelten Techniken an ihre Schüler und andere Schulen - teils geheim - weitergegeben. Denn Karate (eigentlich Karate-Do, der Weg der leeren Hand = waffenlose Selbstverteidigung, jap.: kara - leer, Te - Hand, Do - Weg) entstand einst auf der Insel Okinawa, als die dortige Bevölkerung sich gegen die Unterdrückung durch die Herrschenden zur Wehr setzte. Der Besitz von Waffen war dem Volk damals verboten. Gleichwohl ist die kriegstechnische Nutzung landwirtschaftlicher Werkzeuge wie unter anderem des Dreschflegels (als Waffe Nun-chaku genannt) im Karate ebenfalls ritualisiert erhalten geblieben.
Eine Besonderheit des Dojos Heiwa ist das Einzeltraining. Damit
trägt der 2006 gegründete und derzeit 24 Mitglieder
umfassende Verein auf sehr individuelle Weise der Tatsache
Rechnung, dass nicht alle Anfänger zur selben Zeit einsteigen
und dadurch in der sogenannten Unterstufe nicht auf demselben Stand
sein können. Während bis zu zehn Trainingseinheiten, in
denen sich ein Meister um einen Schüler kümmert, werden
diese Unterschiede ausgeglichen. Dies ist in der
Kampfsport-Szenerie sehr selten und gilt als ausgesprochen
vorbildlich.

