Wem ist das nicht schon mal passiert: Auf Autobahnen oder Schnellstraßen taucht plötzlich hinter einem so ein weißer Kastenwagen auf und schiebt einen fast von der Fahrbahn. Den Rückspiegel füllt die Fahrzeugmarke voll aus, der Fahrer ist schon gar nicht mehr zu sehen. Die "Sprinter" haben es immer eilig und fahren dementsprechend dicht auf. Motto: Macht Ihr alle mal Platz da vorne. Zugegeben: Wir, die Internet-Online-Besteller und eBay-Käufer/- Verkäufer sind an der Eile der Kleintransporter nicht unschuldig. Heute bestellt, morgen geliefert: Handys, Medikamente, Bekleidung - fast alles wird heute online bestellt und muss möglichst schnell ausgeliefert werden.
Die Paketdienste konkurrieren untereinander mit Preisen und Zustellterminen. Und dann kommen Sub-Unternehmen zum Einsatz, die im Auftrag mancher Paket-Multis die Pakete zustellen. Um Geld zu sparen, werden dort häufig junge, weil billigere Fahrer eingesetzt. Und das oft auf technisch nicht immer einwandfreien Fahrzeugen. Die Folge: Überdurchschnittlich viele Unfälle verzeichnet die Statistik bei Kleinlastern. Und besonders häufig sind Sprinter-Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren daran beteiligt. Ein Tempolimit für die schnellen Transporter, die oft mit weit über 150 km/h über die Autobahn toben, gilt erst ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Und deshalb ist mancher PKW-Fahrer schon sehr erstaunt, wenn hinter ihm auf der Überholspur so einen "Sprinter-Schumi" auftaucht. Der ist nicht nur schnell, der fährt auch volle Kanne wie ein Formel 1-Pilot auf der linken Spur, um dann wie Weltmeister Sebastian Vettel beim Boxenstopp in letzter Sekunde in die Abfahrt zu stechen.
Weniger gefährlich, aber sehr nervend ist die Auslade-Methode mancher Sprinter-Zusteller. Da sie es, weil das System es so will, immer eilig haben, parken sie häufig auf zweispurigen Stadtstraßen mal eben auf der rechten Spur, um ihr Paket schnell los zu werden. Oder einfach gegen die Fahrtrichtung, um eilig den Briefkasten zu leeren. Der Stau im Berufsverkehr stört sie da wenig.
Meine Meinung: Der Gesetzgeber sollte auch
bei den Kleinlastern bis 3,5 Tonnen ein Tempolimit einführen.
Positiv ist , dass eine technische Aufrüstung mit dem
Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP ab November 2011 nicht
für PKW, sondern auch für neuhomologierte Kleinlaster
Pflicht wird.
Verantwortungsvolle Speditionsunternehmer und Paketdienste sollten zudem ihren Fahrern nicht nur mehr Zeit bei der Zustellung geben, sondern sie auch mal zu einem Fahrsicherheits-Training schicken. Das Wichtigste jedoch: Die Fahrer selbst sollten ein wenig rücksichtsvoller mit den übrigen Verkehrsteilnehmern umgehen. Denn das Fahren wie die Formel 1-Profis gehört nun mal nicht auf die Autobahn.



