Kerpen-Türnich (pk). "So muss sich Lukas Podolski vorkommen, wenn er eines Tages in der Champions League spielt", meinte Rolf Kanehl kurz vor seiner Proklamation zum Prinz des 32. Kerpener Stadtdreigestirns. Man sah ihm an, dass er diesen Satz auch genauso meinte, wie er ihn sagte - und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Begeisterungsstürme, wie sie besser nicht sein könnten, wenn der 1. FC Köln Deutscher Meister wird, schallten beim Einmarsch des zu diesem Zeitpunkt noch designierten Stadtdreigestirns. Zum ersten Mal stellt die Kerpener Hunnenhorde das Stadtdreigestirn und die Freude darüber teilten sie mit allen Gästen in der vollbesetzten Erfthalle.
Rund 20 Minuten dauerte allein der Einmarsch des Trifoliums bis auf die Bühne - vorbei an den Gästen und selbstverständlich mit viel Kamelle, Strüßjer und Bützjer. Für Prinz Ronny I. alias Rolf Kanehl, Bauer Werner Hoyer und Jungfrau "Angie" André Gebauer und das Kerpener Festkomitee beginnen nun anderthalb spannende Monate. Begleitet wird das Dreigestirn von den Prinzenführern des Kerpener Festkomitees Walter Porschen und Volker Bulich sowie dem Adjutanten Günter Frach.
Doch nicht nur im Karneval verkleidet sich Prinz Rolly I. gerne. Seit 22 Jahren ist der Anlagenmechaniker in der Vorweihnachtszeit mit Leib und Seele Nikolaus und erfreut die Kinder in Kerpen. Über karnevalistische Vorerfahrung verfügt auch Bauer Werner Hoyer. Seit 1988 stellte er seine musikalischen Talente bei der KG Knollebuure in Blatzheim unter Beweis. Seit 2004 ist er als Major der Trauerkapelle der Hunnenhorde aktiv. Jungfrau Angie André Gebauer hat Karneval erst durch die Hunnenhorde kennen und lieben gelernt. Der gebürtige Sachse wohnt seit 2006 in Kerpen und wird von Prinz Rolly I. und Bauer Werner als bestes Beispiel für Integration angesehen.
"Bringt mir die Kerpener Menschen zum Lachen", bat Bürgermeisterin Marlies Sieburg das Dreigestirn. Eine Bitte, der die drei Hunnen nachkommen wollen. "Wir wollen den Kerpenern für sieben Wochen den Alltag versüßen", versprach Prinz Rolly I. "Fastelovend ist nicht nur Alkohol, sondern hat viel mehr Facetten zu bieten."
Doch nicht nur die Kerpener sollen vom Stadtdreigestirn
profitieren. Mit einer öffentlichen Blutspendeaktion in der
Kölner Uniklinik möchte das Trifolium auch etwas Gutes
tun: Am 28. Januar und 4. Februar werden Prinz, Bauer und Jungfrau
unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Marlies Sieburg
zur guten Tat aufrufen. Mit der üblichen
Aufwandsentschädigung aller Blutspenden unterstützt das
Dreigestirn die "Stiftung Kölner Krebsforschung" und
die "Stammzellspenderdatei".



